Gedanken über Gott und die Welt und sonstiger Krimskrams

2.04.2006 - Warum es so schwer ist mit dem Rauchen aufzuhören


Da ich im Moment von zwei (wenn man meine Mum dazu zählt sogar von drei) Seiten stark dazu gedrängt werde, das Rauchen aufzugeben, hier mal der  Versuch für mich zu klären, warum es so schwierig ist es aufzugeben.

Als erstes ist da - natürlich - die Sucht. Mittlerweile ist mir klar, dass es wirklich Sucht ist. Rauchen um cool zu sein, ist irgendwie arm. Aber ich bin mir noch nicht so sicher, ob Rauchen aus Sucht wirklich besser ist. Aber gut ... das ist ja auch wieder eine ganz andere Sache.

Der zweite Punkt wäre, dass Rauchen einfach beruhigt. Klingt komisch, ist aber so. Man hat eine Zigarettenlänge Zeit sich von sich und seiner Umwelt zu distanzieren und in Ruhe über alles nachzudenken. Außerdem haben die Hände nebenher was zu tun.

Außerdem kommt hinzu, dass Rauchen irgendwie ein sozialer Faktor ist. Das hat nichts mit Gruppenzwang zu tun, aber Raucher untereinander kommen sich einfach näher. Mir als eher schüchternem Menschen fällt es schwer auf andere Menschen zu zu gehen, aber beispielsweise in der Schule stehen alle Raucher zusammen in einer Ecke und es ist irgendwie leichter ins Gespräch zu kommen.
Hinzu kommt, dass man sich auf eine gewisse Art und Weise - so doof das jetzt auch klingen mag - über diese Gruppe der Raucher identifiziert. Wir sind vielleicht nicht die "coolen Gangster" (was ich persönlich auch gar nicht seien will ^^), aber irgendwie entsteht dadurch ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl ... strange ... kann man auch irgendwie nicht erklären. ^^

Naja ... irgendwie klingt das jetzt alles nicht so überzeugend und darum sollte ich es vielleicht auch einfach sein lassen. ^^
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2.04.2006 - Einfluß


Folgendes Erlebnis: Freitag abend mit einer vollen Bigbox in die Disko gegangen, die man unter normalen Umständen auch leer gekriegt. Im Laufe des Abends hin und wieder angebotene Zigaretten angenommen und aus der eigenen Schachtel geraucht. Dann am nächsten Morgen die erschreckende Erkenntnis: Die Schachtel ist nicht leer, ja, sie ist sogar noch mehr als halbvoll.
Und natürlich drängt sich die Frage auf warum? Lange drüber nachgedacht und zu dem Schluß gekommen, dass dafür zwei Menschen verantwortlich sind. Die eine versucht schon seit mindestens zwei Jahren mit das Rauchen (bisher ohne Erfolg) auszureden. Der andere Mensch beschäftigt sich mit dieser Thematik jetzt seit gut einem Monat und erstaunlicherweise beginnt es Früchte zu tragen.
Der Schock war erstmal groß: "Hilfe, da hat jemand Einfluß auf mich." Beeinflußbar sein gefällt mir nicht, weil das bis zu einem gewissen Teil auch abhängig macht. Und ja, ich fürchte langsam wirklich, dass ich von diesen zwei Menschen abhängig werde. Aber gut ... das ist eine andere Sache.

Um zurück zum Einfluß zu kommen: Wie gut oder schlecht ist es beeinflußbar zu sein? Auf der einen Seite ist es ganz und gar nicht gut, da es ein Zeichen von Charakterschwäche sein kann und man sich so von anderen Menschen zurecht biegen lässt.
Auf der anderen Seite aber denke ich, dass es kein Fehler ist richtig oder gut erscheindende Verhaltensweisen oder Ansichten von anderen Menschen zu übernehmen. Und schließlich muss man für eine Freundschaft auch hin und wieder Kompromisse schließen. Gefährlich wird es nur dann, wenn diese Kompromisse allzu einseitig sind.
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27.03.2006 - Zwiegespalten


Hm ... und mal wieder wird einem deutlich bewusst, dass jedes Ding zwei Seiten hat. Kein Leben ohne Tod, kein Schatten ohne Licht, keine Liebe ohne Hass ... Wie schafft es man gleichzeitig gut drauf zu sein - schließlich scheint die Sonne, die Klausuren sind vorläufig alle geschrieben und es sind bald Ferien - und auf der anderen Seite trotzdem von Zweifeln durchbohrt zu sein? Warum gelingt es nicht wenigstens eine Woche oder auch nur einen Tag wunschlos glücklich zu sein, ohne Sorgen, Nöte oder andere negative Gefühle?
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22.03.2006 - Langeweile ...


Nichts ist so unerträglich für den Menschen, als sich in einer vollkommenen Ruhe zu befinden, ohne Leidenschaft, ohne Geschäfte, ohne Zerstreuung, ohne Beschäftigung. Er wird dann sein Nichts fühlen, seine Preisgegebenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit, seine Ohnmacht, seine Leere. Unaufhörlich wird aus dem Grund seiner Seele der Ennui aufsteigen, die Schwärze, die Traurigkeit, der Kummer, der Verzicht, die Verzweiflung.
(Blaise Pascal)

Ein sehr wahrer Ausspruch, der vor allem dann seine volle Wahrheit entfaltet, wenn man sich in einer geistigen Krise befindet. Solange wie man irgendeine, sei sie noch so banal, Ablenkung hat, ist man in der Lage dieses Problem in den Hintergrund zu rücken, es einfach zu ignorieren. Aber sobald man alleine mit sich selbst und seinen Gedanken ist, ist das Problem wieder präsent und lässt sich nicht mehr verdrängen, bis man eine neue Beschäftigung gefunden hat. Der bevorzugte Moment, in dem bei mir die verdrängten Gedanken wiederkommen, ist der Zeitpunkt vor dem einschlafen. Man legt sich ins Bett, ist eigentlich auch saumüde, will einfach nur schlafen und da sind sie dann wieder: Die Gedanken. Und im Normalfall lassen sie sich dann auch nicht abstellen. Man grübbelt über Dinge nach, kommt einfach nicht weiter und dreht sich im Kreis, bis sich der Sandmann dann doch erbarmt und einen in den seligen Schlaf des Vergessens schickt.

Aber warum ist das so? Warum ist der Mensch nicht in der Lage, die Verzweiflung, die sich seiner manchmal bemächtigt, einfach niederzustrecken, sie vielleicht auch einfach nur zu ignorieren und allem zum Trotz die Gedanken einfach abzustellen? Vielleicht weil die Zweifel, neben der Hoffnung, den Menschen einfach zu dem machen, was erist.

Genau das - diese Zerrissenheit, aufgerieben zwischen Zweifeln und Hoffnungen - das macht den Menschen aus. Die Zweifel verhindern, dass er jemals irgendwas allzu positiv sieht, aber die Hoffnung hält ihn (inden meisten Fällen) davon ab allem einfach so ein Ende zu machen.
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21.03.2006 - ... Aber ein Leben ohne Freunde wäre kein Leben mehr.


Ein Leben ohne Liebe ist einsam,
ein Leben ohne Hoffnung ist grausam,
ein Leben ohne Vertrauen ist leer.
Aber ein Leben ohne Freunde wäre kein Leben mehr!

Ein
Spruch der zwar nicht immer, aber immer wieder seine Wahrheit zeigt. So auch heute wieder. Es war einfach nur ein mieser Tag, alleine sein ging irgendwie gar nicht, denn dann begannen die Gedanken sich im Kreis zu drehen, am Computer sitzen war aber auch nicht gut, denn da wurde es immer nur noch schlimmer. Dann die rettende Idee: Zum Telefon greifen und Marcus anrufen! Und - zum Glück - hatte der Kerl auch gleich Zeit und eine Viertelstunde saßen wir dann gemeinsam auf dem Platz bei einer Zigarette und ich konnte mich bei ihm auskotzen. Klar, helfen konnte er mir nicht, aber es tat doch mal gut sich alles von der Seele zu reden und nicht immer nur die eigenen Gedanken im Kreis drehen zulassen.
Im Nachhinein wurde mir dann erst bewusst, dass das eigentlich auch keine Selbstverständlichkeit ist, dass man jemanden anrufen kann und der sofort springt. Klar, wir wohnen nur fünf Minuten auseinander, aber es ist trotzdem gut zu wissen, dass jemand da ist,wenn man ihn braucht.

Ähnlich verhält es sich mit "meinen" beiden Janas. Die eine wohnt zwar nicht gleich um die Ecke, aber doch in erreichbarer Nähe und ich weiß genau, wenn wirklich etwas wäre, bräuchte ich nur zum Telefon zugreifen und mir entweder dort den Frust von derSeele zu reden oder zusagen: "Hey Mädel, ich brauch dich!" und sie wäre in spätestens einer Stunde da. Ich erinnere mich noch allzu gut an den 21. Juni 2003. War wirklich ein grausiger Tag, ich war vollends am Ende und in Tränen aufgelöst. Mich wundert es bis heute, dass Jana meinem Gestotter überhaupt irgendwas entnommen hat, aber als sie dann verstanden hatte, was ich wollte, hieß es nur: "Nina, ich bin in einer halben Stunde da!" Und wirklich: nach einer halben Stunde stand sie mit ihrer Mutter vor der Haustür.
Die andere Jana wohnt zwar ein gutes Stückchen weiter weg (ungefähr 2,5Stunden Zugfahrt ;)), aber trotzdem weiß ich, dass eine SMS oder ein Anruf genügen würde und sie wäre - zumindest per ICQ oder am Telefon - da.

Natürlich gibt es noch ein paar mehr Leute (ich denke da besonders an mein Binchen, Mumi und Esther), die ganz sicher für mich da wären, aber ich denke die drei vorher genannten Menschen sind ganz einfach die, auf die ich als erstes zurückgreifen würde.
Überhaupt ist es irgendwie ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es Menschen gibt, die man braucht, die einen aber dafür im Gegenzug ebenfalls brauchen. Es gibt nichts schöneres, als einen Menschen, den man lieb hat und dem es schlecht geht, irgendwie wieder aufzubauen.

Irgendwo ist das auch das einzige, was meinem Leben im Moment einen bescheidenen Sinn gibt. Mir ist einfach mit der Zeit klar geworden, dass es halt doch eine handvoll Menschen gibt, denen es weh tun würde, wenn ich nicht mehr da wäre. Und da ich nicht möchte, dass einer von ihnen nie wieder kommt, kann ich ihnen das wohl schlecht antun.

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21.03.2006 - Was das hier wird


Naja ... was und ob das hier wird, weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, dass in meinem Kopf momentan totales Chaos herrscht und da man ja nicht immer andere Leute für seine Monologe missbrauchen kann, habe ich beschlossen es mal mit bloggen zu versuchen. Ob das wohl hilft? Keine Ahnung ... aber das werde ich wohl herausfinden. Und selbst wenn nicht ... wäre ja auch nicht weiter tragisch, schließlich muss und wird sich das hier ja wohl kaum einer außer mir selbst antun.
Das schwerwiegendere Problem wird es wohl sein die Gedanken, die mir so im Kopf herumschwirren zu ordnen und irgendwie in Worte zu fassen. Weil irgendwie komm ich mir ja schon blöd dabei vor. Eigentlich könnte ich ja genauso gut Selbstgespräche führen. Aber ich glaube Selbstgespräche waren eher kontraproduktiv, weil ich eher dazu neige, mich in meinen eigenen Gedanken zu verhedern, als irgendwas hinterher klarer zu sehen. Und wie gesagt ... diesem Blog kann ich meine wirren Gedankengänge ja anvertrauen ... erstens ist es sehr unwahrscheinlich, dass er damit hausieren geht und zweitens kann er sich nicht wehren. :D Und außerdem hat er immer Zeit für mich und kann nicht insgeheim den Kopf über mich und meine Blödheit schütteln. Irgendwie alles sehr beruhigende Fakten.

Naja ... wie gesagt ... ich bin selbst echt mal gespannt, was das wird ...

So far ...
Chelonea
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